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Europäische Reiseversicherung zahlt nicht – Oder: Wenn die Versicherungsbranche sich selbst parodiert

So ist der Streit ausgegangen…

Europäische Reiseversicherung Korrespondenz

Sie können beruhigt sein, liebe Blog-Leser und allenfalls Dextra-Kunden. Normalerweise verhalten wir uns bei Dextra gegenüber Gegnern doch recht höflich, jedenfalls am Anfang. Im vorliegenden Fall geriet uns jedoch ein so ausserordentliches Papier in die Finger, dass wir einfach perplex waren. Niemand von uns, und da stecken einige Jahrzehnte Erfahrung dahinter, hatte zuvor je ein solches Parade-Beispiel gesehen, wie ein Versicherer sich aus der Leistungspflicht windet. Wir entschieden uns also auch aus Lust auf diesen Streit für einen Frontalangriff. Und für mich war von Anfang an klar: Das gibt Stoff für meinen Blog.

Der Fall an sich wäre ganz banal. Einem Rentner-Ehepaar wird in Argentinien am helllichten Tag auf einem Aussenparkplatz der Mietwagen aufgeknackt. Es werden zwei Taschen mit Kleidern im tieferen Preissegment gestohlen. Sie gehen zur Polizei, und es wird eine sorgfältige Anzeige aufgenommen. Auch die Autovermieterin bestätigt den Schlossbruch. Sogar eine recht vollständige Liste der gestohlenen Kleider wird geliefert. Mehr kann man bei einem solchen Diebstahl gar nicht tun. Sie müssen sich also vorstellen: Alles, was die Europäische fordert, wurde bereits geliefert. Bloss: Sie will es noch einmal haben. Sie wiederholt sich immer und immer wieder. Und so würde das weitergehen, wenn die Dextra jetzt nicht einfach Klage einreichen würde.

Ich gehe davon aus, dass dieses Vorgehen System hat bei Bagatellschäden wie diesem. Man windet sich solange, bis der andere sich sagt: “Ach, jetzt wird’s mir langsam zu blöd”. Ein Beispiel: Obwohl es absolut klar ist, dass der Einbruch-Diebstahl tagsüber auf einem Parkplatz stattfand (nachts stand das Auto in der Hotelgarage), versucht die Europäische immer wieder, dies zu verwischen und zu sagen, es hätte auch nachts sein können. Und da es fahrlässig wäre, das Auto nachts mit Koffern stehen zu lassen, beruft sich schliesslich die Europäische auf diese Fahrlässigkeit. Oder: Obwohl alle, von Polizei bis Autovermieter bestätigen, dass das Schloss des Wagens aufgebrochen wurde, versucht eine offensichtliche Spanisch-Spezialistin der Europäischen dies in Frage zu stellen. Oder: Wieso nimmt man wohl auf eine Südamerikareise, die von Strand bis Anden alles enthält, Sommer- und Winterkleider mit?

Aber lesen Sie selbst und amüsieren Sie sich, da Sie ja – hoffentlich – nicht selbst betroffen sind.

Europäische Reiseversicherung Korrespondenz