Charlie Böhmermann und Merkels DDR-Bildung

Ist es schon wieder vergessen? Nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo erklärten viele: “Je suis Charlie”. Angenommen, es hätte den Anschlag nie gegeben: Wären nicht viele spätere Solidaritätsbekunder irritiert gewesen über diesen schonungslosen und “geschmacklosen” Spott?

Ist es am Ende eine Frage der Bildung, ob jemand Satire erkennt? Ich glaube, in unseren Schulen wird das Thema behandelt. Aber wurde es das auch in den DDR-Schulen, die Merkel besuchte?

Wer denkt, Satire sei etwas für Kulturapéros und Feuilletonkonformismus, hat es nicht verstanden. Satire muss per Definition närrisch, spötterisch, geschmacklos, anprangernd sein. Böhmermann hat selbst bemerkt, dass sein erster Beitrag “Erdowie, Erdowo, Erdogan” eine noch zu einfach gestrickte Machtkritik war. Es gab zuviel Beifall. Das ist des Satirikers Schmach. Also musste er etwas tun, das nicht den erstbesten Geschmack traf, aber trotzdem eines der grossen Scheusale unserer Zeit anprangert, verspottet. Und richtig närrisch wird es da, wo sein erster Beitrag verspottet wird. Das ist entgegen der Meinung eines offenbar nicht wirklich gebildeten Establishments richtig gute und echte Satire.

Die grobe Sprache Böhmermanns verträgt sich durchaus mit unserem Rechtssystem, welches die Kunst- und Meinungsfreiheit über den Schutz der Persönlichkeit eines Scheusals wie Erdogan stellt. In einem Rechtsstaat wird es nie eine Verurteilung Böhmermanns geben.

 

 

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