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„CAP Rechtsschutz“ kauft die „DAS Rechtsschutz“ – Vorsicht, die Dinosaurier kommen!

Die „CAP Rechtsschutz“ (Allianz) hat die „DAS Rechtsschutz“ gekauft. In den nächsten Monaten wird die DAS Rechtsschutz in der Schweiz vom Radar verschwinden. Continue reading

Vertragsrechtsschutz ist nicht Vertragsrechtsschutz

Das gab es noch nie! Einen Detail-Vergleich der wichtigsten Betriebsrechtsschutz-Versicherungen auf dem Markt, speziell auf den Vertragsrechtsschutz bezogen. Hier ist er:

Vergleich Vertragsrechtsschutz Betrieb – Peter Dähler 05.05.2012

Weshalb diese Mühe? Von den drei Komponenten, die ein gutes Produkt ausmachen, nämlich:

  • Kundendienst
  • Preis
  • Deckung

ist der letzte Punkt, die Deckung, für Kunden und Makler oft nur schwer zu eruieren. Komplex wird es vor allem beim Vertragsrechtsschutz. Diejenigen Anbieter, die nur bestimmte Vertragstypen decken, diese also aufzählen, nennen oft wichtige Vertragstypen nicht. Dies kann sich bei einem Streit verheerend auswirken. Der Kunde denkt, er hätte doch ein Produkt mit Vertragsrechtsschutz. Der Makler denkt ebenfalls, er hätte alles richtig gemacht für seinen Kunden. Aber dann kommt die Meldung der Rechtsschutzversicherung: „Dieser Vertragstyp ist leider nicht gedeckt.“ Zusammengefasst kann deshalb bereits einmal gesagt werden, dass die Anbieter, die von der Typenbezeichnung weggekommen sind, nämlich AXA-ARAG, CAP, DAS  und ORION, deutlich weniger Deckungslücken aufweisen als die andern.

Entscheidend ist jedoch auch, ob die entsprechenden Vertragstypen nur für den Verbrauch im Betrieb gedeckt sind, oder auch für Verträge mit Kunden oder im Zwischenverbrauch mit Lieferanten und Dienstleistern. Das ist die eigentliche Deckung des Unternehmerrisikos, die die CAP Rechtsschutz vor 11 Jahren als erster Rechtsschutz-Versicherer auf den Markt gebracht hat. Wir mussten damals viele interne Widerstände überwinden und Kritik von Konkurrenten einstecken.

Inzwischen ging die Öffnung durch den ganzen Rechtsschutz-Markt. Die CAP ist bei der Deckung der Vertragstypen – zusammen mit der ORION und ihrem neuem Betriebsrechtsschutz – klarer Marktführer geblieben. Die AXA-ARAG macht etwas mehr Ausnahmen, versichert dafür aber auch diejenigen Betriebe zu einem vernünftigen Preis, die andere fallen lassen. Die DAS hat ein gutes frisch überarbeitetes Produkt, versichert aber viele Branchen nicht (Software, Architekten, Ingenieure, Bauunternehmer etc.).

Warum diese Risiko-Scheu bezüglich der Vertragstypen und Branchen?

Ich kann Ihnen sagen, dass die meisten Risiko-Ausschlüsse nicht aufgrund von statistischen Erfahrungen zu stande kommen, sondern aufgrund von panischen Rückmeldungen von einzelnen Juristen in den Rechtsdiensten. Oft stehen das Risikomanagement und der Schadendienst unter derselben operativen Leitung. Deshalb kommt es zu solchen Fehlentwicklungen. Statistisch wirklich erhärtet ist nur die Problematik der Generalverträge im Baugewerbe und der Verträge im Zusammenhang mit Vermögensanlagen. Hier gibt es aussagekräftige Zahlen aus  älteren Produkten, aus den verschiedensten Versuchs- und Spezialprodukten sowie aus dem umliegenden Ausland. Bei den anderen gibt es schlicht zu wenig statistisches Material, um verlässliche Schlüsse zu ziehen.

Bleibt bei der ganzen Problematik der Vertragstypen diejenige der Deckungssumme und der örtlichen Deckung. Die örtliche Deckung wird allmählich überall mindestens in den EU/EFTA-Raum ausgedehnt. Das ist gut so und stellt die Versicherer kaum vor Probleme. Die Deckungssumme kann statistisch eine Rolle spielen. Fälle, die zwischen 10′ und 50’000 Franken kosten, stellen in der Kombination von Schadenhöhe und Schadenfrequenz das grösste Problem dar. Spätestens bei CHF 100’000 nehmen die Schadenfrequenzen jedoch stark ab. Die Erhöhung der Deckungssumme auf vernünftige CHF 100’000 oder 150’000 ist inzwischen Standard. Aufgrund der geringen Schadenfrequenzen bei grösseren Fällen könnte man die Deckungssumme der Vertragsdeckkung jedoch ohne weiteres auch gerade den anderen Deckungssummen angleichen.

Vergleich Betriebsrechtsschutz mit Vertragsrecht

Lange schon fragen mich verschiedene Blog-Leser nach einem Vergleich der Betriebsrechtsschutzprodukte. Inzwischen habe ich recht viele Anfragen als unabhängiger Berater behandelt und kann aus meiner Erfahrung berichten. Denn nicht alles kann aus den Allgemeinen Versicherungsbedingungen herausgelesen werden. Nichtsdestotrotz, die folgende Tabellenübersicht ist immerhin einmal eine Grundlage, um die Produkte zu vergleichen:

Konkurrenzvergleich Betriebsrechtsschutz 20.03.2012

Im Folgenden versuche ich, Ihnen auch ein paar zusätzliche Informationen zu vermitteln.

Vorweg muss einmal gesagt werden, dass ein Preisvergleich zwischen den Anbietern schwierig ist, weil alle Versicherer nach anderen Kriterien rechnen. Je nach Branche, Lohnsumme und Jahresumsatz ist einmal der eine günstiger, einmal der andere. Am Ende ist jedoch oft nicht der Preis entscheidend. Vielmehr zählt für den einzelnen Betrieb meist der feine Deckungsunterschied beispielsweise im Vertragsrecht. Da selbst Versicherungsmakler ohne juristische Mitarbeiter  inzwischen nicht mehr gerne selbst die Verantwortung übernehmen, wenn es darum geht, ihren Kunden ein Produkt vorzuschlagen, wenden sich einige gerne an mich. Und sehr oft ergibt sich dabei, dass eine viel günstigere Offerte aufgrund eines kleinen Mankos in der Deckung abgelehnt werden muss. Beispiel: Die Vertragsdeckung für ein Handelsunternehmen schliesst nur den Einkauf, nicht aber den Verkauf ein. Oder für eine Beratungsfirma fehlt die Deckung aus Auftragsrecht gegenüber dem Auftraggeber.

In der Praxis oft entscheidend:

  • Wording des Vertragsrechtsschutzes
  • Deckungssumme im Vertragsrecht
  • Beratungsservice
  • Flexibilität bezüglich Spezialwünschen

Klar im Vorteil, was die Vertragsdeckung angeht, sind diejenigen Anbieter, die keinen Numerus Clausus der Vertragstypen kennen, denn da sind generell einmal alle Vertragstypen gegen oben (Lieferanten, Dienstleister) und unten (Kunden) gedeckt. Hier schwingen DAS, CAP, AXA-ARAG und ORION oben aus. Bei PROTEKTA und FORTUNA muss der Versicherte schon genau wissen, mit was für Vertragstypen er es zu tun hat. Wichtig zu wissen: Sowohl PROTEKTA als auch FORTUNA sind auf Anfrage flexibel für Spezialdeckungen. Aber man muss natürlich wissen, was im Standard-Menü fehlt.

Auch die Deckungssumme im Vertragsrecht ist im Gegensatz zum Privatrechtsschutz von grosser Bedeutung, denn es geht im Geschäftsleben rasch einmal um grössere Streitigkeiten. Hier sind die AXA-ARAG und die ORION mit mindestens CHF 150’000 pro Fall die klaren Leader, aber auch PROTEKTA und DAS sind mit CHF 100’000 bei den Leuten. Deckungen von CHF 50’000 wie bei CAP und FORTUNA sind nicht mehr zeitgemäss. Alle Anbieter lassen mit sich reden, wenn es darum geht, die Deckungssumme im Einzelfall zu erhöhen. Aus meiner Erfahrung ist jedoch die AXA-ARAG diesbezüglich am flexibelsten, was wohl mit ihrer Grösse und Risikofähigkeit zu tun hat.

Für kleinere Betriebe wichtig: Der Beratungsservice

Bezüglich des Rechtssupportes halte ich immer wieder fest, dass dies eine der wichtigsten Chancen der Rechtsschutzversicherer ist, um gegenüber den freien Anwälten zu brillieren. Trotzdem gibt es diesbezüglich noch zu wenig Bemühungen auf dem Markt. Alle sagen, sie würden diesen Service bieten, aber in Tat und Wahrheit ist er überall recht stark eingeschränkt. Die FORTUNA hat hier einen guten Ansatz, indem sie auch in nicht gedeckten Fällen eine gewisse Anzahl Stunden pro Jahr anbietet und der Kunde immer auf denselben Betreuer-Juristen zurückgreifen kann.

Erst bei Offertstellung ersichtlich: Die unerwünschten Branchen

Auf Granit stösst man immer wieder, wenn es darum geht, Branchen zu versichern, die ein vermeintlich erhöhtes Streitrisiko bergen. Hier sind CAP, AXA-ARAG und ORION die Leader bezüglich Flexibilität. Sie schauen sich ab einer gewissen Grösse den individuellen Betrieb und dessen Geschichte an und entscheiden dann, ob und zu welcher Prämie sie offerieren.