Charlie Böhmermann und Merkels DDR-Bildung

Ist es schon wieder vergessen? Nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo erklärten viele: “Je suis Charlie”. Angenommen, es hätte den Anschlag nie gegeben: Wären nicht viele spätere Solidaritätsbekunder irritiert gewesen über diesen schonungslosen und “geschmacklosen” Spott? Continue reading

A-Post Plus zurückgepfiffen

Bei der noch relativ neuen Versandmethode A-Post Plus werden Briefe konventionell in uneingeschriebener Form verschickt. Die Zustellung erfolgt direkt in den Briefkasten oder das Postfach des Adressaten, ohne dass dieser den Empfang bestätigen müsste. Unterschied zur herkömmlichen Post: Die Sendung ist mit einem Code versehen, der es ermöglicht, die Zustellung nachzuverfolgen. Man weiss also, wann die Sendung in den Briefkasten oder ins Postfach gelegt wurde.

Inzwischen halten Behörden diese Versandmethode für genügend, um Verfügungen zu erlassen und dergleichen. Dextra konnte diese Entwicklung nun jedoch stoppen, zumindest soweit es um Strafverfügungen von Staatsanwälten geht. Continue reading

Was hat AXA-ARAG mit Erdogan zu tun?

https://www.axa-winterthur.ch/de/ueber-uns/medien/Documents/newsdesk/index.html#/news/angespannte-arbeitsmarktsituation-fordert-10-prozent-mehr-rechtsschutzfaelle-157602

Es ist eine wahre Freude. Die Pressestelle der AXA Winterthur gibt neuerdings streng vertrauliches Zahlenmaterial bekannt. So meldet sie gestern, dass aufgrund der angespannten Arbeitsmarktlage 10% mehr Schadenfälle und gar 25% höhere Schadenkosten zu beklagen seien. Continue reading

Durchsetzungsinitiative – SVP – Dextra ist dagegen

Ich will mich gar nicht dafür entschuldigen, dass ich jetzt auch noch meinen Senf zur Durchsetzungsinitiative gebe. Ich muss einfach. Der Grund dafür sind die rechtlichen Aspekte dieser Vorlage. Bitte lesen Sie doch dazu die Abstimmungsunterlagen. Die sprechen für sich selbst. Ergänzend dazu ein paar Bemerkungen meinerseits: Continue reading

Dextra 2016

Liebe Blog-Leser, ich hoffe, Sie hatten schöne Weihnachten und wünsche Ihnen ein tolles neues Jahr!

Dextra hat viel vor im neuen Jahr. War das vergangene Jahr von ausserordentlichem Wachstum geprägt – wir konnten unseren Versicherungsbestand von CHF 3.5 Mio. auf 8.9 Mio steigern – ist es unser Anliegen, im kommenden Jahr die Qualität und den persönlichen Service auszubauen und auch wieder etwas Grundlagenarbeit zu leisten. Produkte und Website überarbeiten, Informationsveranstaltungen durchführen usw.

Mit anderen Worten: Wir wollen uns eigentlich nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen. Unsere Konkurrenten schlafen nicht. Sie erneuern ihre Produkte. Noch sind die Monate, in welchen diese Konkurrenzprodukte erscheinen, unsere absoluten Rekordmonate. Bestimmt eines dieser besonderen Marketingphänomene. Aber lassen wir das Witzeln. Dagegen gehen unsere Konkurrenten jeweils entschlossen vor…

Etwas muss ich Ihnen noch berichten: Die Mitglieder des Mieterinnen- und Mieterverbands Zürich werden ab 01.01.2016 für Mietrechtsstreitigkeiten die Versicherungsdeckung der Dextra geniessen. Ich glaube, es handelt sich um die grösste Versicherungspolice in der Branche. Wir sind gut vorbereitet und haben dafür auch unsere IT entscheidend weiterentwickelt. Ich freue mich sehr auf diese Zusammenarbeit und Partnerschaft!

Aber lassen Sie sich doch einfach überraschen. Wir haben noch einige weitere Projekte für’s neue Jahr 2016. Gehen Sie den Weg mit uns!

 

Dextra Rechtsschutz – Neue Büros, neue Erfahrungen

Zwei Jahre und neun Monate nach ihrem Start als neue Versicherungsgesellschaft musste die Dextra Rechtsschutz AG wegen Platzmangels bereits umziehen. Unsere Büros befinden sich nun direkt beim Bahnhof Zürich Altstetten, mit bester Rundumsicht auf die Berge oder über die Geleise.

Die Dextra Rechtsschutz AG hat inzwischen ca. 16’000 Kunden.

Der Prämienbestand beträgt heute CHF 8 Mio.

Bis im Februar 2016 werden wir 14 Mitarbeiter beschäftigen.

Das wichtigste ist für  uns, dass wir bei diesem Wachstum weit voraus planen. Bei inzwischen 1’000 neuen Kunden pro Monat sind nicht nur Platzbedarf, Telefonie oder Datenleitungen ein Thema. Wir stellen zurzeit praktisch eine Person pro Monat neu ein. Alles ganz feine Leute, die gut ins Team passen und uns immer wieder überraschen. Wir setzen auf die etwas jüngere Generation. Meine Haupterkenntnisse in diesem Zusammenhang: Dass die wirklich etwas drauf haben, gut ausgebildet sind, viel soziale Kompetenz mitbringen, schnell einen Erfahrungsschatz aufbauen konnten und doch frei von Vorurteilen sind, die sich andernorts in der Versicherungswirtschaft teilweise festgefahrenen haben. Nicht zuletzt: Die IT ist für sie einfach ein Teil des Lebens.

Das passt zu unserer Strategie: Qualität, Innovation, Unabhängigkeit, Transparenz, Konsumentenfreundlichkeit, technologische Führung.

Europäische Reiseversicherung zahlt nicht – Oder: Wenn die Versicherungsbranche sich selbst parodiert

So ist der Streit ausgegangen…

Europäische Reiseversicherung Korrespondenz

Sie können beruhigt sein, liebe Blog-Leser und allenfalls Dextra-Kunden. Normalerweise verhalten wir uns bei Dextra gegenüber Gegnern doch recht höflich, jedenfalls am Anfang. Im vorliegenden Fall geriet uns jedoch ein so ausserordentliches Papier in die Finger, dass wir einfach perplex waren. Niemand von uns, und da stecken einige Jahrzehnte Erfahrung dahinter, hatte zuvor je ein solches Parade-Beispiel gesehen, wie ein Versicherer sich aus der Leistungspflicht windet. Wir entschieden uns also auch aus Lust auf diesen Streit für einen Frontalangriff. Und für mich war von Anfang an klar: Das gibt Stoff für meinen Blog.

Der Fall an sich wäre ganz banal. Einem Rentner-Ehepaar wird in Argentinien am helllichten Tag auf einem Aussenparkplatz der Mietwagen aufgeknackt. Es werden zwei Taschen mit Kleidern im tieferen Preissegment gestohlen. Sie gehen zur Polizei, und es wird eine sorgfältige Anzeige aufgenommen. Auch die Autovermieterin bestätigt den Schlossbruch. Sogar eine recht vollständige Liste der gestohlenen Kleider wird geliefert. Mehr kann man bei einem solchen Diebstahl gar nicht tun. Sie müssen sich also vorstellen: Alles, was die Europäische fordert, wurde bereits geliefert. Bloss: Sie will es noch einmal haben. Sie wiederholt sich immer und immer wieder. Und so würde das weitergehen, wenn die Dextra jetzt nicht einfach Klage einreichen würde.

Ich gehe davon aus, dass dieses Vorgehen System hat bei Bagatellschäden wie diesem. Man windet sich solange, bis der andere sich sagt: “Ach, jetzt wird’s mir langsam zu blöd”. Ein Beispiel: Obwohl es absolut klar ist, dass der Einbruch-Diebstahl tagsüber auf einem Parkplatz stattfand (nachts stand das Auto in der Hotelgarage), versucht die Europäische immer wieder, dies zu verwischen und zu sagen, es hätte auch nachts sein können. Und da es fahrlässig wäre, das Auto nachts mit Koffern stehen zu lassen, beruft sich schliesslich die Europäische auf diese Fahrlässigkeit. Oder: Obwohl alle, von Polizei bis Autovermieter bestätigen, dass das Schloss des Wagens aufgebrochen wurde, versucht eine offensichtliche Spanisch-Spezialistin der Europäischen dies in Frage zu stellen. Oder: Wieso nimmt man wohl auf eine Südamerikareise, die von Strand bis Anden alles enthält, Sommer- und Winterkleider mit?

Aber lesen Sie selbst und amüsieren Sie sich, da Sie ja – hoffentlich – nicht selbst betroffen sind.

Europäische Reiseversicherung Korrespondenz

Bad News für Inkassobüros: Bundesgericht macht Schluss mit Betreibungs-Missbrauch

Sorry es handelt sich um einen Fehler, dass dieser alte Artikel als neu publiziert angekündigt wird. Allerdings hat der Text immer noch seine Gültigkeit :-).

 

Medienmitteilung Bundesgericht zu 4a_414_2014

Der Bundesgerichtsentscheid 4A_414/2014 hat es in sich. Die Praxis zur negativen Feststellungsklage zur Abwehr einer ungerechtfertigten Betreibung wird entscheidend gelockert.

Neu muss der Betriebene nicht mehr konkret nachweisen, dass er wegen der Betreibung in seiner wirtschaftlichen Bewegungsfreiheit empfindlich beeinträchtigt wird. Neu wird es dem angeblichen Gläubiger zugemutet, seine Forderung in einem Zivilprozess zu verteidigen, sprich sie zu beweisen. Sein Interesse hat demjenigen des betriebenen Schuldners, der durch die Betreibung in seiner Kreditwürdigkeit und Reputation beeinträchtigt wird, zu weichen.

Das schweizerische Schuldbetreibungs- und Konkursrecht ist ja schon einzigartig. Jeder kann gegen jeden eine Betreibung einleiten, unabhängig davon, ob tatsächlich eine Schuld besteht. Dies bescherte uns bis jetzt jährlich 2.8 Millionen Betreibungen. Viele davon hatten nur einen Zweck: Die betriebene Person soll sich die Löschung ihres Betreibungsregister-Eintrags teuer erkaufen, leider zu oft auch bei nicht bestehenden Forderungen oder Teilen einer Forderung.

Inkassobüros mit ihren nicht gerechtfertigten Mahnspesen und Verzugskosten, die sie oft auch noch betreiben, wenn die Grundforderung längst beglichen ist, werden nun ein lukratives Geschäftsfeld verlieren. Jeder wird sich zweimal überlegen müssen, ob er eine Betreibung als blosses Druckmittel einsetzen will.

Ich bin überzeugt, dass dies die Inkassowelt verändern wird. Man muss sich nicht mehr durch eine Betreibungsandrohung einschüchtern lassen, solange der angebliche Gläubiger nicht wirklich eine berechtigte und nachweisbare Forderung hat. Wer Betreibungen einleitet, ohne seine Forderungen beweisen zu können, wird sich schon bald vor Gericht wieder finden. Besser, er zieht solche Betreibungen schon jetzt zurück, denn wenn er dies tut, entfällt das Rechtschutzinteresse an der negativen Feststellungsklage. In vielen Auseinandersetzungen wird die neue Praxis also den Spiess umdrehen.

Vorbehalten bleibt der Fall, in dem die Betreibung nachweislich einzig zur Unterbrechung der Verjährung eingeleitet werden musste, nachdem der (angebliche) Schuldner die Unterzeichnung einer Verjährungsverzichtserklärung verweigert hat und die Forderung vom (angeblichen) Gläubiger aus triftigen Gründen nicht sofort im vollem Umfang gerichtlich geltend gemacht werden kann.

It’s the IT, stupid

Das CNO Panel 2014 hat den Geschäfts- und IT-Case Dextra in sein jährliches Buch aufgenommen und kürzlich publiziert. Ich will Ihnen den Ausschnitt aus dem Buch an dieser Stelle nicht vorenthalten:

sp-cno-case-2014-dextra

Das CNO-Panel ist eine Veranstaltung, die jährlich von Dr. Pascal Sieber & Partners durchgeführt wird. Mit zahlreichen Partnern aus Wissenschaft, Medien und Branchen werden die neusten Entwicklungen in der/um die IT ausgelotet.

Wie entscheidend die IT für den Erfolg eines Unternehmens ist, nehmen wir von Dextra erst jetzt so richtig wahr. Wir sind heute stolze Eigentümer eines eigenen Versicherungs-Systems, das in der Branche konkurrenzlos dasteht. Und/aber wir sind im Gegensatz zu unseren Konkurrenten auch zu 100% davon abhängig. Continue reading

Betreibungen, Inkasso-Haie und ihre Anwälte

In der Schweiz gibt es mittlerweile 2.8 Millionen Betreibungen pro Jahr. Im Gegensatz zu den umliegenden Ländern braucht es dazu keine Forderung. Hierzulande kann Jeder Jeden betreiben, ohne dass er seine Forderung auch nur glaubhaft machen muss. Die negativen Effekte, die dies hat, sind unübersehbar: Continue reading