Wenn (ab-)gestandene Anwälte Unsinn über junge Kollegen erzählen…

…muss ich mich unbedingt dazu äussern.

Die Behauptung

Sergio Giacomini, Jahrgang 1959, Anwaltspatent seit 1987, seit 2015 Präsident des Schweizerischen Anwaltsverbands, gibt in der heutigen Sonntagszeitung zum Besten, das Niveau der Jus-Studienabgänger sei gesunken. Seit der Bologna-Reform würden offenbar die Grundlagenfächer vernachlässigt. Vielen Stundenten gehe das vernetzte juristische Denken ab. Mehrere kantonale Anwaltsverbände würden sich regelmässig beschweren. Die Durchfallquote bei den Anwwaltsprüfungen habe zugenommen. Und aus dem Lager, das die jungen Anwälte eigentlich verteidigen will, wird gleich noch ein zweites Klischee verbreitet: Die Studienabgänger seien sprachlich nicht mehr auf der Höhe.

Meine Erfahrung

Aus hunderten selbst vor Gericht ausgefochtenen Fällen, aus tausenden begleiteten Fällen, aus Kontakten mit tausenden Anwälten kann ich von einer ganz anderen Erfahrung berichten. Diese vagen und wenig belegten Äusserungen der Anwaltsverbände sind Unsinn.

Die Realität sieht so aus: Die Gilde gewisser in die Jahre gekommener Anwälte fühlt sich von den jungen Anwälten in die Enge getrieben. Diese arbeiten effizienter, günstiger, können die technischen Hilfsmittel besser nutzen und setzen in der täglichen Auseinandersetzung vor Gericht die älteren Kollegen mehr und mehr unter Druck.

Ja, wir stellen fest, dass jüngere Anwältinnen und Anwälte vor Gericht häufiger siegreich sind als ältere. Ältere Anwälte haben oft Mühe mit Gesetzesänderungen. Sie sollten ja eigentlich mehr Erfahrung mitbringen. Ihre Anwaltsrechnungen zeigen jedoch, dass sie mehr Zeit mit dem Studium der Rechtslage verbringen als jüngere. Ältere Anwälte lassen sich öfter von Richtern zu billigen Kompromissen hinreissen als jüngere. Und so weiter und so weiter.

Ein gutes Beispiel ist mein letzter Blogeintrag Europäische Reiseversicherung unterliegt zu 100% . In diesem Fall hat ein junger Zürcher Anwalt einen älteren Basler Anwalt in Basel besiegt. Ein Auswärtssieg gegen einen gestandenen einheimischen Anwalt also. Oder jüngst hat mich auch gerade ein sehr junger Anwalt bei Schellenberg Wittwer durch sein riesiges Talent beeindruckt. Und das in einem Spezialgebiet, in welchem eigentlich tatsächlich die Erfahrung viel zählt.

Auch wir bei Dextra setzen auf junge Anwältinnen und Anwälte. Das hat sich aus der Erfahrung heraus ergeben. Wir haben gelernt, dass es nur wenige Jahre Praxis braucht, um die Erfahrung der älteren Semester wettzumachen. Dann jedoch kommt das heute besser aufgebaute Rechtsstudium zum Zug. Und wer rechtswissenschaftlich und prozessrechtlich mehr weiss, geht öfter als Sieger vom Platz. Es stimmt schon, dass wir damals bei unserem Studium noch auf die rechtlichen Basics setzten. Aber Hand aufs Herz: Der überwiegende Teil meiner Generation oder der Generation vor mir hat sich an der Uni gerade einmal die paar Vorlesungen hineingezogen, die ihr besonderes interessant erschienen. Ok, bei uns in Bern gab es viele gute Professoren. Aber die meisten von uns haben auch in Fächern bestanden, in denen sie nie eine einzige Vorlesung besucht haben.

Die Frage ist also, was Sache ist. Weshalb schiessen die etablierten Anwälte gegen die jungen und erfolgreicheren Anwälte? Erklären muss man das kaum.

Und warum lassen dieselben Anwälte, die ja bei den Jungen die Anwaltsprüfungen abnehmen, mehr durchfliegen als früher? Auch das muss man nicht erklären.

Fazit

Da versucht eine durch ein staatliches Monopol geschützte Gilde, die davonschwimmenden Felle zu retten. Das Rechtsstudium ist härter geworden. Die Ausbildung der neuen Anwälte besser. Sie sind in der Praxis erfolgreicher.  Und – keine Frage – sie können genau so gut Deutsch wie die älteren Kollegen. Die Juristerei ist wissenschaftlicher geworden, der Anwaltsberuf schwieriger. Junge Anwältinnen und Anwälte haben eine hohe Sozialkompetenz. Der Anwaltsberuf ist ein Traumberuf. Was der Arzt für die Gesundheit tut, tut der Anwalt für die Freiheit, für das Recht. Ich bin begeistert von unseren jungen Anwältinnen und Anwälten.

Europäische Reiseversicherung unterliegt zu 100%

Sie erinnern sich, liebe Blog-Leser. Vor ca. einem Jahr habe ich in diesem Blog das perfide Verhalten der Europäischen Reiseversicherung in einem aus meiner Sicht klaren Fall eines Gepäckdiebstahls aufgezeigt. Lesen Sie nochmals unter Europäische Reiseversicherung zahlt nicht – Oder: Wenn die Versicherungsbranche sich selbst parodiert.

Nun ist es soweit: Das Urteil des Zivilgerichts des Kantons Basel-Stadt liegt vor. Die “Europäische” verliert auf allen Ebenen und muss unseren Kunden den vollen Schaden des Diebstahls, über CHF 4’000, zurückerstatten sowie die gesamten Gerichtskosten und unsere Anwaltskosten übernehmen. Hier finden Sie das Urteil: Entscheid Europäische geschwärzt.

Nach meinem Blog-Eintrag hatte mich der CEO der Europäischen, Thomas Tanner, noch unter Druck setzen wollen. So kündigte er an, mein Vorgehen bezüglich Publikation via Blog und den damit für die Europäische einhergehenden möglichen Reputationsschaden in der Geschäftsleitung thematisieren zu wollen. Die gesamte Geschäftsleitung, also auch Patrik Grobe, bestätigte den für mich damals völlig unverständlichen Entscheid.

Nun ist die Quittung gekommen. Die Europäische muss zahlen und hat ein Stück Glaubwürdigkeit eingebüsst. Die Dextra fühlt sich in ihrer Haltung bestätigt. Sofern ein Fall zu gewinnen ist, wird er ohne Wenn und Aber durchgezogen. “DEXTRA: SIEG NACH PUNKTEN”, wie wir auf unserer Website versprechen. Ok, hier war es ein Knockout.

 

Online-Reisevermittler im Konkurs: Vom Schnäppchenurlaub zum Albtraum und zurück? – Gastbeitrag von RA Manuel Cozzolino*

* Rechtsanwalt Manuel Cozzolino ist bei der Dextra Rechtsschutz AG angestellt.

Kurz vor Beginn der sommerlichen Hauptferienzeit brodelte die Gerüchteküche bereits heftig, in der letzten Juliwoche 2016 folgte dann die ernüchternde Gewissheit: Der Unister-Konzern, dem auch bekannte Namen wie www.ab-in-den-urlaub.de, www.fluege.de und www.reisegeier.de angehören, meldet kurz nach dem Tod des Firmengründers bei einem Flugzeug-Absturz Insolvenz an.

Auch die bei Schweizer Fernwehgeplagten geschätzte Buchungsplattform www.hoteling.com hat ihre operative Geschäftstätigkeit eingestellt und steht seit Kurzem unter englischer Konkursverwaltung. Einen Namen gemacht hat sich hoteling.com auf den einschlägigen Reiseportalen, wo ihre Angebote regelmässig als am preiswertesten gelistet und entsprechend häufig gebucht wurden. Anhand des Beispiels hoteling.com soll nachfolgend exemplarisch dargestellt werden, wie Sie sich im Schadenfall richtig verhalten und sich wehren können. Continue reading

Zum Artikel im Plädoyer: “Der Druck auf Anwälte wird immer grösser”

Artikel – “Der Druck auf Anwälte wird immer grösser”

Man kann solche Presseartikel über Rechtsschutzversicherungen nur begrüssen. Sie machen der Allgemeinheit und hier insbesondere auch den Anwältinnen und Anwälten die Funktionsweise der Rechtsschutzversicherung verständlicher. Um so bedauerlicher, dass sich unsere Konkurrenz bedeckt gibt und dass sie diese Diskussion nicht führen will.

Zum Artikel selbst:

Natürlich muss auch Dextra einen gewissen Druck auf die Anwaltshonorare ausüben. Wir tun dies jedoch nie zu Lasten unserer Kunden und niemals zu Lasten der Qualität und des Erfolgs in den einzelnen Fällen. Im Gegenteil, wie zu zeigen ist.

Denn um was geht es schlussendlich? Weshalb haben wir die Dextra gegründet? Es geht bestimmt nicht darum, Anwältinnen und Anwälten den Lebensunterhalt zu finanzieren. Nein, es geht darum, Rechtssuchenden zu helfen, die zum Beispiel von arroganten Grossversicherern im Stich gelassen werden, von eckelhaften, ungerechten oder übermächtigen Vertragspartnern ausgenützt oder abgezockt werden, sich im Justizdschungel nicht zurecht finden und ohne uns verloren wären, echt verloren wären. Es ist unsere gesellschaftliche Pflicht, dies zu Prämien anbieten zu können, die auch weniger gut betuchte Personen und Kleinbetriebe noch bezahlen können.

Wenn also ein Rechtsprofessor sinngemäss solchen Stumpfsinn behauptet wie “500 Franken pro Stunde für ein Anwaltshonorar in einem rechtsschutzversicherten Fall ist auch noch ok”, dann verkennt er, dass solche Honorare in der freien Wildbahn nur noch von einem Scheich von Katar oder einer Schweizer Grossbank bezahlt werden. Ein solcher Ansatz ergibt CHF 700’000 Umsatz pro Jahr für einen Anwalt. Sorry, auf dem Buckel der anderen Rechtsschutzversicherten ist das nicht ok! Auf keinen Fall könnten Rechtsschutzversicherungen mit solchen Honoraren noch ihren sozialen Auftrag erfüllen. Abgesehen davon, dass der Markt solche Honorare schlicht nicht mehr hergibt.

Also: Wir sind uns völlig einig, dass es exzellente Anwälte braucht. Es geht darum, Fälle zu gewinnen oder mit guten Resultaten abzuschliessen, den Leuten also echt zu helfen. Wir kritisieren keine vernünftigen Honorare von erfolgreichen und effizienten Anwältinnen und Anwälten.

Aber: Es gibt sehr gute Anwältinnen und Anwälte mit einer super Erfolgsbilanz, die nicht mehr kosten als der Durchschnitt. Wir mögen einfach die Abzocker nicht bedienen. Und ich verstehe auch nicht, wem man damit helfen will, wenn man diese Abzocker unterstützt. Die Realität sieht anders aus: Die teuersten Anwälte sind oft eher schlecht und unterbeschäftigt. Sie versuchen sich durch Rechtsschutzversicherungen zu sanieren. Sie blicken nicht in die Zukunft, betreiben kein Selbstmarketing und arbeiten recht ineffizient von der Korrespondenz bis zur Rechnungstellung.

Ob als Rechtsschutzversicherung oder als Rechtsanwalt: Es geht darum, Leuten zu helfen. Das Geld darf nicht im Vordergrund stehen.

 

Nur Dextra Rechtsschutz ist in allen Vergleichen “Gut”

Dextra erhielt im September 2014 bei einem Produktvergleich des Kassensturz als einziger Rechtsschutzversicherer die Note “Gut”. Dieser Vergleich betraf die Produkte. Ein neuer Vergleich betrifft die Dienstleistung hinter den Produkten: Heute ist das Anwaltsrating des K-Tipp erschienen. Auch hier schneidet Dextra “Gut” ab, auf dem 2. Rang von 9 getesteten Versicherern. Bei diesem Rating ging es um die Beurteilung der Dienstleistungen und des Verhaltens gegenüber Anwältinnen und Anwälten. Bemerkenswert: Dextra erzielt dieses ausgezeichnete Rating, obwohl sie sich gegenüber den Anwälten völlig unabhängig und unbestechlich verhält, einige durchaus auch einmal scharf kritisiert wegen mangelhaften Leistungen oder überteuerten Honorarrechnungen. Wir nehmen da kein Blatt vor den Mund. Und ebenso bemerkenswert: Dextra erreicht diese guten Noten als Newcomer.

Aber obwohl Dextra als einzige Rechtsschutzversicherung in beiden Tests gut/gut erreicht, wird sie sich nicht zurücklehnen. Produkt, Preis und Dienstleistung sollen im Konkurrenzvergleich auch künftig die Besten sein.

Hier die beiden Tests:

Kassensturz Vergleich Rechtsschutzversicherungen 02.09.2014

K-Tipp Anwaltsrating Rechtsschutz 18.05.2016

 

Dextra Rechtsschutz mit neuen Versicherungs-bedingungen, neuer Website, neuem Design

Die neue Website der Dextra können Sie hier besuchen: Website

Dextra erlebt gerade aufregende Zeiten: Wir wachsen um mindestens eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter pro Monat. Gleichzeitig erhöht sich unser Kundenbestand um monatlich ca. 1´000 Kunden.

Auf diesem Erfolg ruhen wir uns nicht aus, sondern haben uns der Verbesserung unserer Versicherungsbedingungen gewidmet. Ab sofort haben unsere Produkte eine umfassendere Deckung als je zuvor. Es sind aber nicht nur die zusätzlichen Deckungen, die uns wichtig sind. Vielmehr wollten wir in den neuen Bedingungen auch Missverständnisse beseitigen. Deckungsausschlüsse wurden reduziert und eindeutiger formuliert. Wir vermeiden es, neue Deckungen nur halbherzig anzubieten mit eingeschränkten Deckungssummen von CHF 20’000 und dergleichen, die gerade in gewissen Rechtsgebieten nicht einmal für die Gerichtskosten ausreichen. Schauen Sie sich unsere neuen Bedingungen und Factsheets hier an und vergewissern Sie sich, dass es nichts Besseres gibt.

Die Versicherungsprämien bleiben trotz allen Verbesserungen unverändert.

In Kürze werden hier auch die Konkurrenzvergleiche publizieret.

Charlie Böhmermann und Merkels DDR-Bildung

Ist es schon wieder vergessen? Nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo erklärten viele: “Je suis Charlie”. Angenommen, es hätte den Anschlag nie gegeben: Wären nicht viele spätere Solidaritätsbekunder irritiert gewesen über diesen schonungslosen und “geschmacklosen” Spott? Continue reading

A-Post Plus zurückgepfiffen

Bei der noch relativ neuen Versandmethode A-Post Plus werden Briefe konventionell in uneingeschriebener Form verschickt. Die Zustellung erfolgt direkt in den Briefkasten oder das Postfach des Adressaten, ohne dass dieser den Empfang bestätigen müsste. Unterschied zur herkömmlichen Post: Die Sendung ist mit einem Code versehen, der es ermöglicht, die Zustellung nachzuverfolgen. Man weiss also, wann die Sendung in den Briefkasten oder ins Postfach gelegt wurde.

Inzwischen halten Behörden diese Versandmethode für genügend, um Verfügungen zu erlassen und dergleichen. Dextra konnte diese Entwicklung nun jedoch stoppen, zumindest soweit es um Strafverfügungen von Staatsanwälten geht. Continue reading

Was hat AXA-ARAG mit Erdogan zu tun?

https://www.axa-winterthur.ch/de/ueber-uns/medien/Documents/newsdesk/index.html#/news/angespannte-arbeitsmarktsituation-fordert-10-prozent-mehr-rechtsschutzfaelle-157602

Es ist eine wahre Freude. Die Pressestelle der AXA Winterthur gibt neuerdings streng vertrauliches Zahlenmaterial bekannt. So meldet sie gestern, dass aufgrund der angespannten Arbeitsmarktlage 10% mehr Schadenfälle und gar 25% höhere Schadenkosten zu beklagen seien. Continue reading

Durchsetzungsinitiative – SVP – Dextra ist dagegen

Ich will mich gar nicht dafür entschuldigen, dass ich jetzt auch noch meinen Senf zur Durchsetzungsinitiative gebe. Ich muss einfach. Der Grund dafür sind die rechtlichen Aspekte dieser Vorlage. Bitte lesen Sie doch dazu die Abstimmungsunterlagen. Die sprechen für sich selbst. Ergänzend dazu ein paar Bemerkungen meinerseits: Continue reading