Zum Artikel im Plädoyer: “Der Druck auf Anwälte wird immer grösser”

Artikel – “Der Druck auf Anwälte wird immer grösser”

Man kann solche Presseartikel über Rechtsschutzversicherungen nur begrüssen. Sie machen der Allgemeinheit und hier insbesondere auch den Anwältinnen und Anwälten die Funktionsweise der Rechtsschutzversicherung verständlicher. Um so bedauerlicher, dass sich unsere Konkurrenz bedeckt gibt und dass sie diese Diskussion nicht führen will.

Zum Artikel selbst:

Natürlich muss auch Dextra einen gewissen Druck auf die Anwaltshonorare ausüben. Wir tun dies jedoch nie zu Lasten unserer Kunden und niemals zu Lasten der Qualität und des Erfolgs in den einzelnen Fällen. Im Gegenteil, wie zu zeigen ist.

Denn um was geht es schlussendlich? Weshalb haben wir die Dextra gegründet? Es geht bestimmt nicht darum, Anwältinnen und Anwälten den Lebensunterhalt zu finanzieren. Nein, es geht darum, Rechtssuchenden zu helfen, die zum Beispiel von arroganten Grossversicherern im Stich gelassen werden, von eckelhaften, ungerechten oder übermächtigen Vertragspartnern ausgenützt oder abgezockt werden, sich im Justizdschungel nicht zurecht finden und ohne uns verloren wären, echt verloren wären. Es ist unsere gesellschaftliche Pflicht, dies zu Prämien anbieten zu können, die auch weniger gut betuchte Personen und Kleinbetriebe noch bezahlen können.

Wenn also ein Rechtsprofessor sinngemäss solchen Stumpfsinn behauptet wie “500 Franken pro Stunde für ein Anwaltshonorar in einem rechtsschutzversicherten Fall ist auch noch ok”, dann verkennt er, dass solche Honorare in der freien Wildbahn nur noch von einem Scheich von Katar oder einer Schweizer Grossbank bezahlt werden. Ein solcher Ansatz ergibt CHF 700’000 Umsatz pro Jahr für einen Anwalt. Sorry, auf dem Buckel der anderen Rechtsschutzversicherten ist das nicht ok! Auf keinen Fall könnten Rechtsschutzversicherungen mit solchen Honoraren noch ihren sozialen Auftrag erfüllen. Abgesehen davon, dass der Markt solche Honorare schlicht nicht mehr hergibt.

Also: Wir sind uns völlig einig, dass es exzellente Anwälte braucht. Es geht darum, Fälle zu gewinnen oder mit guten Resultaten abzuschliessen, den Leuten also echt zu helfen. Wir kritisieren keine vernünftigen Honorare von erfolgreichen und effizienten Anwältinnen und Anwälten.

Aber: Es gibt sehr gute Anwältinnen und Anwälte mit einer super Erfolgsbilanz, die nicht mehr kosten als der Durchschnitt. Wir mögen einfach die Abzocker nicht bedienen. Und ich verstehe auch nicht, wem man damit helfen will, wenn man diese Abzocker unterstützt. Die Realität sieht anders aus: Die teuersten Anwälte sind oft eher schlecht und unterbeschäftigt. Sie versuchen sich durch Rechtsschutzversicherungen zu sanieren. Sie blicken nicht in die Zukunft, betreiben kein Selbstmarketing und arbeiten recht ineffizient von der Korrespondenz bis zur Rechnungstellung.

Ob als Rechtsschutzversicherung oder als Rechtsanwalt: Es geht darum, Leuten zu helfen. Das Geld darf nicht im Vordergrund stehen.

 

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