In eigener Sache – Ein Hirnschlag

Anfangs Januar hatte ich einen Hirnschlag. Ein Thrombus gelangte vom Herzen ins Hirn. Leider hat es mir buchstäblich die Sprache verschlagen. An Sprechen und Schreiben war nicht zu denken. Inzwischen bin ich in der Lage – zwar mit etwas Zeit, Mühe und Fehler – den Rechtsschutz-Blog wieder weiterzuführen.

Viele Themen und Ideen haben sich aufgestaut. Ich habe jetzt einfach entschieden den Blog selbst zu schreiben. So authentisch wie es vorher war. Unplugged sozusagen. Mit andern Worten, es werden sich Fehler einschleichen. Ich habe keinen Ghostwriter. Ich schreibe von der Leber weg. Ich möchte den Blog nicht filtern. Ab anfangs Mai geht es also wirklich weiter mit dem Rechtsschutz-Blog!

Was ist geschehen?

Eigentlich hatte ich ein riesiges Glück. Ich kippte irgendeinmal einfach um. Meine Hände konnten nichts mehr halten. Wäre meine Frau, Evelyne, nicht sofort mich ins Spital gebracht, wäre der Schaden viel grösser geworden. Im Spital erhielt ich so etwas wie einen wake up call mit dem Defi. Dann ging es schnell. Das Gerinnsel konnte relativ schnell wieder aufgelöst werden. So wurde ich viel Schlimmerem verschont. Zum Beispiel physische Lähmungen. Es bleibt also nur die Sprache, das Schreiben. Im ersten Moment sagte ich mir. Das geht schnell vorüber. Aber es brauchte doch etwas mehr Geduld.

Neue Erfahrungen

Aber da fängt es eigentlich an: Durch diese Sprech- und Schreibbehinderung habe ich viel erlebt. Erfahrungen, vor allem Positives. Die Menschen gingen von Anfang an auf mich zu. Ich musste mich seither nie verstellen. Irgendwie kamen meine Worte doch bei den andern an, mit viel Phantasie. Aber es ging. Meine Familie, meine Freunde, meine Dextra.

Schon in der stationären Therapie klinkte ich mich aus und besuchte unser Dextra Apéro. Ich fühlte mich wie ein Netz getragen. Ich konnte nicht wirklich hinunter fallen. Auch in der Klinik oder jetzt in der ambulanten Therapie. Ich bin sehr dankbar. Im Klinik-Team gibt es so viele goldene Menschen, mit unglaublichem Engagement, mit Beharrlichkeit. Sie sind für viele Patientinnen und Patienten so wichtig. Es ist ein echtes Geschenk.

Die Dextra Rechtsschutz AG aus einer neuen Perspektive

Unser Unternehmen, unsere Versicherungsgesellschaft. Sie bleibt wahnsinnig faszinierend. Dank meiner Krankheit konnte ich das Tagesgeschäft wirklich loslassen. Es haben sich viele neue Ideen geöffnet. Dadurch, dass ich noch nicht alles artikulieren konnte, hatte ich auch plötzlich Zeit. Seither kann ich Vieles endlich zu Ende denken. Übersicht schaffen. Bei Gesprächen besser zuhören, reflektieren. Feedback einfach einmal allein so stehen lassen. Auch das ist ein Geschenk.

Digital – unplugged

Wohin wird die Rechtswelt sich entwickeln. Wird es in 10 Jahren überhaupt noch Rechtsschutzversicherungen geben? Damals hatten wir uns für diese Option entschieden. Aber schon damals gab es andere Modelle in der Rechtswelt. Inzwischen gibt es weitere Perspektiven im Markt.

Es wird definitiv weitergehen. Die Rechtsschutzversicherung, wie wir es jetzt noch kennen, wird womöglich aussterben. Es wird einen Wandel geben. Rechtsdienstleistungen müssen weiterentwickelt werden.

Die Digitalisierung ist eine Selbstverständlichkeit. Aber wo stehen wir genau? Dextra ist vielleicht die weitest digitalisierte Versicherung. Aber der Weg geht weiter. Dextra und sum.cumo, unsere Freunde, hatten gemeinsam wie wir Inspirationen und Visionen. Aber nun ist der erste Spatenstich ausgeführt. Nun müssen unsere Unternehmen, Dextra und sum.cumo gemeinsam weiter bauen. Wir brauchen eine neue Dextra.

Am Ende geht es um den Kern der Rechts-Dienstleistung. Anwältinnen und Anwälte, Juristinnen und Juristen, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ob sie nun bei uns, bei einer Kanzlei, bei einer anderen Rechtsschutzversicherung, bei Medien. Alles was wir tun, fängt wie bei der akustischen Musik. Unplugged. Damit ein Musiker auf der Bühne echte akustische Musik spielen kann braucht es auch bei uns in der Rechtswelt echte Ideen, echte Inspiration, echte Wissenschaft, echtes Denken. Menschen gehen in diesem Dschungel verloren. Das was wir tun, muss diesen Menschen dienen.

Plattformen, Rechtsschutzversicherer, Dienstleister, Anwälte, Juristen, Berater, Sozialinstitutionen, Hilfsorganisationen, Konsumentenorganisationen, Medien. All das können wir unseren Menschen erleichtern, wenn wir um den Kern herum gute digitale Lösungen anbieten. Recht muss ankommen. Musik muss ankommen.

13 responses to “In eigener Sache – Ein Hirnschlag

  1. Professor Dr. Thomas Hoeren

    alles Gute und beste Wünsche für die Genesung. Hier Professor Dr. Thomas Hoeren, Universität Münster

  2. Peter Dähler

    Sehr geehrter Herr Professor Hoeren,
    ganz herzlichen Dank für Ihre netten Worte, das schätze ich sehr!
    Beste Grüsse, Peter Dähler

  3. Lieber Pesche
    Ich wünsche Dir weitrrhin gute Gebesung und schön zu wissen, dass Du auf dem Weg zurück bist… 👍
    Lieben Gruss, Roli

  4. Lieber Peter
    Ich wünsche Dir weiterhin eine gute Genesung. Und wenn ja alles wieder rund läuft, kannst du den nächsten Winter mit deiner Familie wieder auf den Ski geniessen. 🙂
    Herzliche Grüsse
    Urs

  5. Michael Quinche

    Ich wünsche Ihnen weiterhin gute Besserung und freue mich, Sie bald wieder persönlich zu treffen!
    Michael Quinche

  6. Lieber Herr Dähler

    Super, dass Sie wieder auf den Beinen sind und sich weiterhin um Ihre dextra kümmern. Mit noch mehr neuen Ideen und noch besserer Wahrnehmung dafür, die ganze Sache “von Aussen” zu betrachten. Ich wünsche Ihnen weiterhin eine galoppierende Genesung und viel, viel Spass bei den beruflichen und privaten Herausforderungen

  7. Lieber Herr Dähler
    alles , alles , Gute und rasche und beste Genesungswünsche! Ein solches Ereignis ist eine echte Zesur im Leben und bringt einem zum Nachdenken, was wirklich zählt und wichtig ist. Digital ist gut, am Ende aber bleibt der Mensch und da braucht es gute zwischenmenschliche Beziehungen. Diese wünsche ich Ihnen, denn das gibt Zuversicht und Kraft schwierige Momente im Leben zu meistern.
    Liebe Grüsse vom Argusch-Team aus Wohlen.

  8. Hallo Peschä

    Das mit den vielen neuen Ideen muss ja die Hölle sein, wenn die nicht raus können 😉
    Bin froh hattest Du Glück im Unglück. Wünsche Dir weiterhin eine gute Genesung!

  9. cher M. Dähler,
    Je suis médecin. Cela ma fait beaucoup de peine d’apprendre que vous avez fait une embolie cérébrale. Je lis toujours votre blog avec grand plaisir.
    Je vous souhaite évidemment de récupérer le plus rapidement possible, et surtout de trouver dans votre for intérieur le courage d’accepter que dans le cas de problèmes neurologiques la récupération prend du temps.
    avec les salutations amicales

  10. Schwab Adrian

    Sehr geehrter Herr Dähler

    Es freut mich sehr, dass Sie wieder auf dem Weg der Besserung sind. Glückwunsch zu Ihrer offenen und beispielhaften Kommunikation!

    Für die weiteren Schritte zurück wünsche ich Ihnen alles Gute!

    Freundliche Grüsse

  11. Dähler Sarah

    Du bist Motivation, Inspiration und Durchhaltewillen in Person. Super Text. Weiter so. Sarah Dähler

  12. Pingback: 5 Jahre Dextra – Aus einer neuen Perspektive | Rechtsschutz-Blog von Peter Dähler

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